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OSAM-SCHULUNGEN

Lehrermangel in der Schweiz

Die Schweiz, die oft für ihr erstklassiges Bildungssystem gelobt wird, sieht sich mit einem besorgniserregenden Problem konfrontiert: einem zunehmenden Lehrermangel. Die Zahlen zeigen einen alarmierenden Trend, und obwohl die Schweiz in der Vergangenheit erfolgreich eine qualitativ hochwertige Bildung angeboten hat, könnte dieser Mangel dieses Erbe gefährden.

 

1. Die Ursachen des Mangels

  • Alterung der Lehrerschaft: Die Alterung der Lehrerschaft in der Schweiz stellt eine große Herausforderung für das Bildungssystem dar. Laut Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF), Aufgrund des Bevölkerungswachstums dürfte die Zahl der Lehrkräfte in der obligatorischen Schule bis 2031 um etwa 6 % steigen. Um diesem Anstieg gerecht zu werden und die Pensionierungen auszugleichen, müssten zwischen 2022 und 2031 zwischen 43'000 und 47'000 neue Lehrkräfte für die Primarstufe eingestellt werden. Die Pensionierungen sind ein Hauptgrund für diesen hohen Personalbedarf.

  • ArbeitsbedingungenEine kürzlich durchgeführte Umfrage hat ergeben, dass 40% der Schweizer Lehrkräfte den Druck aufgrund hoher Erwartungen und der Klassenführung als großes Hindernis für den Einstieg in den Beruf empfinden.

  • VergütungLaut einer Umfrage des Bundesamtes für Statistik (BFS), die von RTS veröffentlicht wurde, liegt das Durchschnittsgehalt für einen Grundschullehrer nach einem Jahr Berufserfahrung bei etwa 78'000 CHF pro Jahr. Viele sind der Meinung, dass dies die Komplexität und die Anforderungen des Berufs nicht ausgleicht.

  • Ausbildungsanforderungen: Die Ausbildung von Lehrkräften in der Schweiz ist im Vergleich zu den Anforderungen in den Nachbarländern besonders streng und umfassend, was manche Interessenten abschrecken kann.

 

2. Die Auswirkungen dieses Mangels

  • Überlastung: Überfüllte Klassen werden zur Regel, mit durchschnittlich 25 Schülern pro Klasse in bestimmten Regionen, gegenüber einem historischen Durchschnitt von 20 Schülern.

  • Kompromisse bei der Qualität: 18% der im letzten Jahr besetzten Lehrerstellen wurden mit Personen besetzt, die ihre pädagogische Ausbildung nicht abgeschlossen hatten.

  • Berufliche Erschöpfung: Laut einer vom Institut veröffentlichten Studie ist die Burnout-Rate unter Lehrkräften in den letzten fünf Jahren um 20% gestiegen.’Schweizerischer Lehrerverband.

 

3. Lösungsansätze

  • Aufwertung des Berufs: Eine landesweite Kampagne, die den positiven Einfluss von Lehrern auf die Gesellschaft hervorhebt, könnte mehr Menschen dazu ermutigen, diesen Beruf zu ergreifen.

  • Gehaltsüberprüfung: Eine Erhöhung der Lehrergehälter um 10% könnte laut einigen Studien zu einem Anstieg der Bewerbungen um 25% führen.

  • Kontinuierliche Unterstützung: Investitionen in Mentorenprogramme und berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten könnten die Burnout-Rate senken.

  • Internationale Partnerschaften: Die Förderung von Austauschprogrammen könnte nicht nur zu einer Diversifizierung des Lehrkörpers führen, sondern auch vorübergehend den Mangel beheben.

  • Vereinfachung des Ausbildungswegs: Eine Verkürzung der Dauer der Erstausbildung um ein zusätzliches praxisorientiertes Jahr könnte mehr Bewerber anziehen.

 

 

Angesichts dieser Herausforderung muss die Schweiz mutige Massnahmen ergreifen, um den Fortbestand ihres anerkannten Bildungssystems zu sichern. Nur durch gemeinsame Anstrengungen aller Beteiligten kann dieser Mangel behoben und eine erfolgreiche Bildungszukunft für künftige Generationen gesichert werden.

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