Laurence Marcovecchio
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OSAM-SCHULUNGEN

Arbeiten in der Schweiz ohne lokale Erfahrung: Wie man Personalverantwortliche beruhigen kann

Interview mit Laurence Marcovecchio

Beraterin für grenzüberschreitende Beschäftigung, Beauftragte für Unternehmensbeziehungen und Referentin

Sie haben noch nie in der Schweiz gearbeitet?
So können Sie einen Personalverantwortlichen beruhigen  

 

In der Schweiz spielen Arbeitszeugnisse eine zentrale Rolle im Einstellungsverfahren. Sie sind oft genauso wichtig wie der Lebenslauf selbst. 

 Für Personen, die bereits in der Schweiz gearbeitet haben, gilt die Arbeitsbescheinigung als offizielle Referenz. 

Es ist ein obligatorisches, stark kodifiziertes Dokument, das Folgendes festlegt: 

  • Die Dauer der Beschäftigung 
  • Die ausgeübten Aufgaben 
  • Berufliche Fähigkeiten 
  • Verhalten und Sozialkompetenz 

Mit anderen Worten: Es ist das Schweizer Äquivalent zu einem Empfehlungsschreiben, aber viel strukturierter. 

 

Aber wenn Sie noch nie in der Schweiz gearbeitet haben? 

Dies ist eine häufige Situation, insbesondere bei Grenzgängern oder Bewerbern, die sich umorientieren. Und seien Sie beruhigt: das ist kein Hindernis, wenn man vorausschauend handelt. 

In diesem Fall schätzen es die Schweizer Personalvermittler sehr, wenn Sie erreichen können : 

  • Empfehlungsschreiben von früheren Arbeitgebern 
  • Oder, falls nicht vorhanden, solide berufliche Referenzen vorlegen 

Ein gutes Empfehlungsschreiben sollte : 

  •  klar
  • datiert und unterschrieben
  • von einem Vorgesetzten oder Personalverantwortlichen verfasst wurde
  • auf Ihre Verantwortung, Ihre Kompetenzen und Ihre berufliche Haltung ausgerichtet ist

 

Was ist, wenn Sie kein Empfehlungsschreiben haben? 

Kein Problem. 

Es ist durchaus akzeptabel (und in der Schweiz üblich), in Ihrem Lebenslauf den Vermerk anzubringen: «Referenzen auf Anfrage».» 

Diese Formel zeigt, dass : 

  • Sie sind transparent 
  • Sie sind bereit, zuverlässige Kontakte zu vermitteln 
  • Sie halten sich an die Gepflogenheiten des Schweizer Marktes

Aber Vorsicht: Diese Angabe muss echt sein und angenommen werden. 

Gute Praktiken, die Sie unbedingt beachten sollten 

  • Teilen Sie Ihren ehemaligen Arbeitgebern oder Managern immer mit, dass sie kontaktiert werden könnten Überprüfen Sie, ob ihre Kontaktdaten auf dem neuesten Stand sind 
  • Wählen Sie 2 bis maximal 3 Referenzen, die für die angestrebte Stelle relevant sind. Geben Sie der Qualität den Vorzug vor der Quantität 

Ob es sich um : 

  • von Schweizer Arbeitszeugnissen 
  • von ausländischen Empfehlungsschreiben 
  • oder Referenzen auf Anfrage 

Alles muss sorgfältig vorbereitet werden. 

 

Ein wichtiger rechtlicher Punkt! 

In der Schweiz darf ein Arbeitgeber Ihre Referenzen nur mit Ihrem Einverständnis kontaktieren. Auch wenn diese Regel in der Praxis manchmal gebrochen wird, bleibt sie grundlegend. 

Daher ist es wichtig, vorausschauend zu planen und zu kontrollieren, was Ihre Referenzen über Sie sagen werden.

 

Zusammenfassend: cArbeitszeugnis, Empfehlungsschreiben oder Referenzen auf Anfrage: für jeden Weg die passende Lösung. 

Hauptsache, Sie liefern Zeugnisse: 

  • Zuverlässig 
  • Zusammenhängend 
  • Qualitativ 

Um die Glaubwürdigkeit Ihrer Bewerbung zu erhöhen und einen Schweizer Personalverantwortlichen zu beruhigen.

 

Weitere Erfahrungsberichte und Tipps finden Sie unter nUnsere Medien OSAM-Schulungen.

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