Daniela Casetta
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OSAM-SCHULUNGEN

Wie man netzwerkt, wenn man introvertiert ist

Interview mit Daniela Casetta

1.Können Sie sich zu Beginn vorstellen und uns Ihre Verbindung zum Thema Networking, insbesondere bei introvertierten Profilen, erläutern?

Ich heiße Daniela Casetta und ich bin Networking-Expertin, Beraterin, Coach für strategisches Networking. Im Laufe meiner mehrjährigen Erfahrung habe ich mit vielen Berufstätigen zusammengearbeitet, darunter auch mit introvertierten Menschen, die sich in Networking-Umgebungen oft nicht wohlfühlen. Mein Werdegang hat mich dazu gebracht, geeignete Methoden zu entwickeln, um introvertierten Menschen zu helfen, sich wohler zu fühlen und authentische Verbindungen aufzubauen, wobei der Schwerpunkt auf ihrem natürlichen Kommunikationsstil liegt.


2. Warum wird Networking für introvertierte Menschen oft als schwierig oder gar unnatürlich empfunden?

Networking wird aufgrund der Natur der sozialen Interaktion oft als schwierige Übung für Introvertierte angesehen. Für viele bedeutet dies, sich Fremden vorzustellen und in Umgebungen, die einschüchternd wirken können, über sich selbst und seine Fähigkeiten zu sprechen. Introvertierte Menschen bevorzugen oft tiefgründige und bedeutungsvolle Gespräche gegenüber einem oberflächlichen Austausch. Daher kann das traditionelle Networking ihrem Bedürfnis nach Intimität und authentischer Verbindung entgegengesetzt erscheinen.


3. Was sind Ihrer Meinung nach die häufigsten Missverständnisse über das Netzwerken und wie können Introvertierte sich davon befreien?

Zu den gängigen Vorstellungen über das Networking gehört die Auffassung, dass man extrovertiert sein muss, um erfolgreich zu sein. Viele glauben auch, dass man eine große Anzahl von Menschen ansprechen muss, um erfolgreiche Beziehungen aufzubauen. In Wirklichkeit können Introvertierte ihre Fähigkeiten, aktiv zuzuhören und zu reflektieren, nutzen, um selbst mit einer begrenzten Anzahl von Kontakten sinnvolle Verbindungen aufzubauen. Um sich davon zu befreien, geht es darum, Networking neu zu definieren als eine Gelegenheit, authentische Beziehungen zu knüpfen, anstatt sich auf quantitative Interaktionen zu konzentrieren.


4. Welche konkreten und passenden Ratschläge empfehlen Sie Introvertierten, um ein effektives berufliches Netzwerk aufzubauen, ohne sich zu Verhaltensweisen zu zwingen, die ihnen nicht ähnlich sind?

Ich rate introvertierten Menschen, sich eher auf Qualität als auf Quantität zu konzentrieren. Hier sind einige praktische Tipps:

  • Bereiten Sie sich vor Veranstaltungen vor : Bestimmen Sie einige Schlüsselpersonen, die Sie treffen möchten, und bereiten Sie Fragen oder Gesprächsthemen vor.
  • Entscheiden Sie sich für kleine Gruppen : Intimere Umgebungen wirken oft weniger einschüchternd und fördern einen tieferen Austausch.
  • Nutzen Sie Online-Plattformen : Berufliche soziale Netzwerke wie LinkedIn ermöglichen den Aufbau von Verbindungen in einem weniger stressigen Rahmen.
  • Legen Sie Pausen ein : Seien Sie nicht zu streng mit sich selbst; es ist normal, sich nach sozialen Interaktionen Zeit zu nehmen, um sich aufzuladen.

 

5. Inwiefern können Schulungen oder Coaching introvertierten Personen helfen, ihr Networking zu strukturieren und es langfristig zu einem echten Karrierehebel zu machen?

Training und Coaching spielen bei der Entwicklung von Networking-Fähigkeiten für Introvertierte eine entscheidende Rolle. Diese Programme können praktische Werkzeuge, Selbstvertrauen und Strategien vermitteln, die auf ihre Persönlichkeit zugeschnitten sind. Als Beraterin und Coach kann ich Introvertierten helfen, ihre Herangehensweise an das Networking zu strukturieren und so ihre Interaktionen in nachhaltige Chancen umzuwandeln. Darüber hinaus fördern diese Schulungen eine positive Einstellung, die es ihnen ermöglicht, Networking als Mittel zum Austausch und zum Aufbau authentischer Beziehungen und nicht als soziale Verpflichtung zu sehen.

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