OSAM-SCHULUNGEN
Professionelle Kommunikation: ein maßgeschneiderter Ansatz für Führungskräfte, Studierende und Fachleute
Interview mit Quitterie Pallain-Dullau
- 5 April 2026 1 h 44 min
Wie haben Sie Ihre Fachkenntnisse in Kommunikation und öffentlicher Rede entwickelt?
Meine Expertise vereint Berufserfahrung und Leidenschaft. Dank meiner Erfahrung im Personalwesen großer Konzerne konnte ich mich mit sensiblen Themen wie der Umsetzung von Sozialplänen, Umstrukturierungen, Karriere- oder Leistungsmanagement befassen. Später konkretisierte sich meine Leidenschaft für die Bühne und die Arbeit mit der Stimme in meinen Aktivitäten als Komikerin auf der Bühne, im Radio oder in Podcasts, aber auch als Sprecherin oder Moderatorin von Konferenzen. Schließlich tragen meine verschiedenen Ausbildungen in NLP, Coaching oder Erwachsenenbildung (in Bearbeitung) dazu bei, meinen Kunden einen umfassenden und pragmatischen Ansatz für Kommunikation und öffentliches Sprechen zu bieten.
Was sind Ihrer Meinung nach die größten Hindernisse, denen Fachleute beim öffentlichen Sprechen begegnen?
Ich habe mehrere wiederkehrende Hindernisse für das Wortgemetzel identifiziert:
Zunächst einmal ist Glossophobie, besser bekannt als «Lampenfieber», ein großes Hindernis. Ich begegne diesem Problem unter anderem mit mentalen Übungen und Atemübungen.
Ein weiteres Problem ist die mangelnde Klarheit der Sprache, die oft durch eine Fülle von Details und Fachbegriffen verursacht wird und zu Verwirrung und Desinteresse beim Publikum führt. Aus diesem Grund arbeiten wir an der Struktur des Textes und den Kerngedanken, um für alle verständlich zu bleiben.
Mangelnde Vorbereitung ist ein weiteres Hindernis, das bei vielen Fachleuten zu beobachten ist. Es beeinträchtigt nicht nur die Wirkung der Rede, sondern auch die Fortschritte des Redners. Aus diesem Grund schlage ich die Einführung einfacher «Routinen» für das öffentliche Sprechen vor, die unerlässlich sind, um an Selbstsicherheit und Effizienz zu gewinnen.
Schließlich beeinträchtigt eine mangelnde Beherrschung der nonverbalen Sprache, wie Körperhaltung, Stimme oder Blickkontakt, die Verbindung zum Publikum. Um dies zu beheben, sind gefilmte Übungen besonders wirksam.
Können Sie uns etwas über Ihren pädagogischen Ansatz erzählen und wie er sich an verschiedene Profile (Führungskräfte, Studenten, Fachleute) anpasst?
Ich arbeite an drei Hauptbereichen: der körperlichen und mentalen Vorbereitung, dem Inhalt und der Form der Rede sowie der Interaktion mit dem Publikum.
Für Führungskräfte, die bereits Erfahrung im öffentlichen Sprechen haben, liegt der Schwerpunkt auf der Fähigkeit, durch ihre Reden zu begeistern und zu inspirieren. Zu diesem Zweck arbeiten wir an der Verwendung fortgeschrittener Stilmittel wie Metaphern, Wiederholungen, Storytelling oder sogar dem Pratfall-Effekt (das Hervorheben von Misserfolgen, um Erfolge besser zur Geltung zu bringen). Diese Elemente verstärken die Wirkung der Rede und den Führungsstil.
Für Studierende liegt der Schwerpunkt auf Stressbewältigung und der Strukturierung einer wirkungsvollen und effizienten Rede.
Schließlich besteht das Ziel für Fachleute darin, ihr Fachwissen und ihr Potenzial zu valorisieren, um ihre Karriereentwicklung dank der Relevanz ihres Auftretens zu maximieren. Dazu arbeite ich gerne mit einem ganzheitlichen Ansatz, der Stressbewältigung, eine überzeugende Struktur der Rede und die Beherrschung von Frage-Antwort-Runden miteinander verbindet.
Wie sehen Sie in einer zunehmend digitalen Welt die Entwicklung des öffentlichen Sprechens?
Die Digitalisierung hat die Regeln des öffentlichen Sprechens auf den Kopf gestellt, was meiner Meinung nach eine großartige Chance ist. Sie zwingt uns, uns anzupassen und somit unsere Kommunikation zu perfektionieren. Nehmen wir zum Beispiel Videokonferenzen, die mittlerweile fest in der Arbeitswelt verankert sind. Um die Aufmerksamkeit seines Publikums zu gewinnen und aufrechtzuerhalten, muss der Redner eine prägnante Sprache verwenden, seine Stimme rhythmisieren, die Beleuchtung und seinen Blick in die Kamera kontrollieren und (im Idealfall) digitale Tools (interaktive Whiteboards, Umfragen usw.) einsetzen.
Darüber hinaus ist zu beobachten, dass das Videoformat als Kommunikationsmittel zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Redner müssen ihre Beiträge sorgfältig vorbereiten, um eine zielgerichtete und dynamische Botschaft zu vermitteln und dabei natürlich zu wirken.
Aus diesem Grund biete ich nun Medientrainings an, die sich auf Kommunikationstechniken vor der Kamera konzentrieren.
Was sind die wesentlichen Elemente einer erfolgreichen Rede im beruflichen Kontext?
Wenn ich drei Schlüsselelemente für eine erfolgreiche Rede wählen müsste:
Die Vorbereitung scheint mir unverzichtbar zu sein, wie Winston Churchill sagte: «Meine besten Improvisationen sind diejenigen, auf die ich mich am besten vorbereitet habe.» Die Vorbereitung ermöglicht es, gelassener zu sein, seine Rede zu strukturieren und Fragen vorauszusehen.
Zweitens halte ich es für unerlässlich, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, um sich nicht in unnötigen Details zu verlieren. Prägnanz und Verständlichkeit sorgen dafür, dass das Publikum aufmerksam bleibt.
Schließlich darf ich auch die Wirkung der nonverbalen Kommunikation und der Emotionen nicht außer Acht lassen. Denn das Publikum behält meist den allgemeinen Eindruck der Person, die das Wort ergreift: «Sie ist sehr charismatisch», «Er wirkt sehr sympathisch», «Er ist arrogant». Diese Empfindungen beeinflussen die Rezeption der Botschaft oft viel stärker als die Worte selbst.
Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der seine mündliche Ausdrucksfähigkeit schnell verbessern möchte?
Mein erster Ratschlag wäre, jede Gelegenheit zu nutzen, um das Wort zu ergreifen. Je mehr man in der Öffentlichkeit spricht, desto mehr «trainiert» man sein Gehirn für diese Aufgabe.
Anschließend würde ich vorschlagen, sich für jeden Auftritt kleine Ziele zu setzen (z. B. «bei dieser Besprechung dreimal das Wort ergreifen», «lächeln», «mein Publikum befragen» ...).
Ich würde auch empfehlen, jede seiner Äußerungen, auch kurze, vorzubereiten, um ihre Wirkung zu maximieren und sicherzustellen, dass er die richtigen Worte verwendet, indem er, warum nicht, seinen Wortschatz erweitert.
Ich würde empfehlen, sich «wirklich» an das Publikum zu wenden, indem man bestimmten Personen in die Augen schaut, wodurch ein natürlicherer und authentischerer Effekt erzielt wird.
Und schließlich würde ich sagen: «Machen Sie sich schön!», denn wenn man sich bei einem Auftritt wohlfühlt, strahlt man das auch aus.
Wie sehen Sie die Zukunft der Ausbildung im Bereich Kommunikation und Rhetorik?
Sie scheint mir in ständiger Entwicklung begriffen und wichtiger denn je zu sein. Mit dem Aufkommen der sozialen Netzwerke und der Beliebtheit von Videoformaten scheint eine hochwertige Kommunikation für ein gutes Selbstmarketing unumgänglich zu sein.
Ich arbeite derzeit an kurzen Videos für soziale Netzwerke, in denen ich Tipps zur Verbesserung der Redefähigkeiten vor Publikum gebe.