Bild von OSAM

OSAM

Eidgenössisches Fachausweis oder Bachelor: Wer verdient in der Schweiz am meisten?

Artikel verfasst von Houria BOUZROU

Bachelor oder eidgenössisches Diplom: Welche Ausbildung sollte man wählen, um in der Schweiz Karriere zu machen? Neben dem erworbenen Abschluss spielen das Gehalt, die Berufschancen, die Ausbildungskosten und vor allem die Berufserfahrung eine entscheidende Rolle.

Hier sind die wichtigsten Punkte, die es zu vergleichen gilt.

Zwei Ausbildungsgänge, zwei Ansätze

Der Bachelor ist ein Hochschulabschluss, der in der Regel nach einem dreijährigen Vollzeitstudium (180 ECTS-Punkte) erworben wird. Je nach Studiengang kann er unter anderem an einer Universität, einer Fachhochschule oder einer anderen Hochschule erworben werden.

Der eidgenössischer Fachausweis gehört zur höheren beruflichen Bildung. Es richtet sich in erster Linie an Berufstätige, die ihre Kompetenzen vertiefen und sich in ihrem Fachgebiet weiterentwickeln möchten, in der Regel neben ihrer beruflichen Tätigkeit.

Wie hoch ist das Gehalt?

Die Statistiken des Bundesamtes für Statistik zeigen, dass bei beiden Karrierewegen hohe Einkommen erzielt werden können, doch muss bei einem Vergleich die Berufserfahrung berücksichtigt werden.

Sechs Jahre nach dem Erwerb eines Abschlusses der höheren Berufsbildung liegt das standardisierte monatliche Bruttoeinkommen im Vollzeitbereich im Median bei etwa 7’800 CHF für Inhaber eines eidgenössischen Fachausweises.

Bei Inhabern eines Bachelor-Abschlusses einer Fachhochschule variieren die Einkommen je nach Fachbereich stark. Ein Jahr nach dem Abschluss lag das mittlere Jahreseinkommen bei etwa 78’000 CHF, und belief sich auf etwa 83’000 CHF in den Bereichen Technik und IT in den Daten der’BFS.

 

Achtung: Anhand dieser Zahlen lässt sich nicht sagen, dass ein Abschluss «besser bezahlt» wird als der andere. Die verglichenen Personen sind nicht unbedingt gleich alt, haben nicht unbedingt die gleiche Erfahrung und üben nicht unbedingt denselben Beruf aus.

Und wie sieht es mit den Berufsmöglichkeiten aus?

Der Bachelor-Abschluss kann je nach Spezialisierung direkt den Weg in Berufe in den Bereichen Informatik, Ingenieurwesen, Wirtschaft, Gesundheitswesen, Sozialarbeit oder Kommunikation ebnen.

Das eidgenössische Fachausweis ist stärker auf die berufliche Spezialisierung. Es gibt insbesondere Ausbildungsgänge in den Bereichen Finanzen, Personalwesen, Buchhaltung, Vertrieb, Versicherungen oder Management.

Die Wahl hängt also in erster Linie vom angestrebten Beruf ab.

Welche Strecke ist am günstigsten?

Die Kosten variieren je nach Ausbildung und Einrichtung.

Ein Bachelorstudium dauert in der Regel mehrere Jahre, was zu Einkommensverlusten führen kann, wenn der Studierende nicht in Vollzeit arbeitet.

Das eidgenössische Fachausweis kann hingegen parallel zur beruflichen Tätigkeit erworben werden. Der Bund kann zudem die Kosten übernehmen 50 % der berücksichtigten Kurskosten, bis 9’500 CHF für eine eidgenössische Berufsprüfung, unter bestimmten Voraussetzungen.

Zusammenfassung

Der Bachelor-Studiengang kann besonders für Personen geeignet sein, die eine Hochschulausbildung absolvieren und bestimmte qualifizierte Berufe ergreifen möchten.

Das eidgenössische Diplom kann besonders interessant für einen bereits erfahrenen Fachmann sein, der sich spezialisieren oder mehr Verantwortung übernehmen möchte, während er weiterhin berufstätig bleibt.

In der Schweiz, Beruf, Erfahrung und Qualifikationen sind daher nach wie vor ausschlaggebend für die Höhe der Vergütung. Die beste Wahl hängt in erster Linie von Ihrem Werdegang und Ihrem beruflichen Ziel ab.

OSAM unterstützt Fachkräfte, die ihre Kompetenzen ausbauen und sich ein besseres Bild von den Ausbildungsangeboten machen möchten, die den Anforderungen des Schweizer Arbeitsmarktes entsprechen.

Teilen

Empfohlene Artikel